zurück zu Home

Kommentar zur Abstimmung vom September 2009:

Die Abstimmung der Gesellschafter der ACI-Fonds II - V im schriftlichen Umlaufverfahren ist inzwischen abgeschlossen und ACI hat die Ergebnisse der Abstimmung auf seiner Internet-Seite veröffentlicht (siehe unter www.alternative-capital-invest.com). Für alle Anleger bzw. Gesellschafter, die nicht abgestimmt haben, ist das Stimmrecht von der Treuhandkommanditistin ausgeübt worden. Wir haben den Eindruck, dass ein erheblicher Teil der Anleger bzw. Gesellschafter nicht abgestimmt hat.

Die Abstimmung und ihre Ergebnisse kommentieren wir wie folgt:

  • Top 1: Satzungsänderung zur Wahl eines Gesamtbeirats.
    Es ist ein Gesamtbeirat für alle vier Fonds gewählt worden. Das halten wir aus praktischen Gründen auch für sinnvoll.
    Jedoch sollte vor der Aufnahme seiner Tätigkeit über die bereits beantragte (und von ACI bisher ignorierte) Änderung in den Gesellschaftsverträgen abgestimmt werden, nach der dem Gesamtbeirat auch das Kontrollrecht mit vollem Einblick in alle Geschäftsunterlagen eingeräumt wird. Nur so wird der Beirat als Vertrauensorgan der Gesellschafter bei diesen Akzeptanz finden. Ein Beirat ohne Kontrollrecht würde unseres Erachtens nur unnötige Kosten verursachen.


  • Top 2: Wahl von zwei Gesellschaftern für den Gesamtbeirat
    Wir gehen davon aus, dass bei der Wahl der Beiratsmitglieder die nicht abgegebenen Stimmen von der Treuhandkommanditistin ausgeübt wurden und vermuten, dass dies ein erheblicher Anteil der Stimmen war. Das halten wir für bedenklich, denn wir vermuten stark, dass sich nur mit den direkt von den Anlegern abgegebenen Stimmen und ohne eine Stimmabgabe durch die Treuhandkommanditistin die Stimmenmehrheiten deutlich anders verteilt hätten und andere Personen in den Gesamtbeirat gewählt worden wären.

    Wir wissen, dass einige Gesellschafter bei ihrer Stimmabgabe deshalb beantragt hatten, dass die Ausübung des Stimmrechts für die nicht abgegebenen Stimmen durch die Treuhandkommanditistin unterbleibt, zumal es sich nicht um eine Quotenwahl (mit Mindestquote) handelt und ohnehin nur die absolut abgegebenen Stimmen zählen. ACI kommentiert diese Anträge bisher nicht.


  • Top 3: Die Rückführung der Projekte II-V erhielt laut ACI die Stimmenmehrheit.
    Wir meinen, dass es aus Sicht der Anleger keinen Grund gab, der Rückführung der Projekte bzw. des Kaufvertrags mit YAMA zuzustimmen, solange kein voller Schadensersatz gezahlt worden ist und vor allem, solange kein neuer Käufer gefunden wurde. Beides ist (noch) nicht gegeben. Die Rückführung des Kaufvertrages zum jetzigen Zeitpunkt steht unseres Erachtens den Interessen der Anleger klar entgegen und so sind wir insgesamt darüber stark verwundert, dass ACI hierüber überhaupt hat abstimmen lassen.

    Unterstellt, dass die Treuhandkommanditistin auch bei diesem Punkt für viele Anleger abgestimmt und dem Punkt zugestimmt hat, halten wir auch die Rolle der Treuhandkommanditistin, die mit der Stimmübernahme auch die Interessen derer, für die sie abstimmt hat, vertreten sollte sowie die mögliche Frage ihrer Haftung für überprüfenswert.


  • Top 4: Die Erstattung der Kosten zur Abwicklung der Liquidationsphase lt. Vorschlag. ACI berichtet, dass diese durch die Abstimmung bestätigt wurde.
    Wir sind der Meinung, dass den Anlegern, die hierüber abgestimmt haben, nicht deutlich genug transparent gemacht wurde, dass sie damit eine erhebliche Erhöhung der Geschäftführervergütung der Komplementär-GmbH (Eigentümer und Geschäftsführer: Herr Uwe Lohmann) während der Liquidation der Gesellschaften auf über 1 Mio. Euro pro Jahr inkl. MwSt. (in Summe für alle vier Fonds) genehmigt haben.

    Wir meinen, dass diese enorme Erhöhung der Vergütung nicht gerechtfertigt ist und dass vielmehr die bestehende Vergütungsregelung ausreicht (pauschal 4 x 60 000,- Euro = 240 000,- Euro zuzügl. MwSt. für alle 4 Fonds; zusätzlich erhält die Geschäftsführung eine beträchtliche Vergütung für die Fonds VI und VII).

    Die Tatsache, dass sich die Liquidationsphase verlängert hat, liegt allein daran, dass der Käufer der Fondsobjekte (YAMA) den Kaufpreis nicht wie im Vertrag vereinbart fristgerecht gezahlt hat. Insofern sehen wir bei ihm eine Schadensersatzpflicht für die Kosten, die sich als Folge daraus ergeben - also auch, soweit sie in ihrer Höhe berechtigt sind, für erhöhte Kosten zur Abwicklung der längeren Liquidationsphase.

    Außerdem sind wir der Meinung, dass eine derart hoch honorierte Geschäftsführung zudem die Motivation verlieren könnte, eine befriedigende Lösung (Liquidation) für die Fonds so schnell wie möglich herbeizuführen (Interessenskonflikt!).

    Wir vermuten, dass auch hier die Treuhandkommanditistin für viele Anleger, die sich an der Abstimmung nicht beteiligt haben, abgestimmt hat. Wir vermuten außerdem, dass die Treuhandkommanditistin bei der Übernahme dieser Stimmen der erheblichen Vergütung der Geschäftsführervergütung (überwiegend) zugestimmt hat. Wir meinen, dass ein solches Abstimmverhalten - unterstellt die Vermutung ist richtig (dies wird sich aufklären lassen) - angesichts der oben aufgeführten Bedenken gegen die Erhöhung der Vergütung zu Lasten der Anleger höchst bedenklich erscheint, denn die Treuhandkommanditistin sollte sich unseres Erachtens bei der Stimmabgabe den Interessen der Anleger, die sie vertritt, verpflichtet fühlen.